Reise zum Selbst

Wo ich hinwill und was mich daran hindert

Wenn dieser Blog in Schritte aufgeteilt wäre, würde ich sagen: Schritt eins. Die Reise beginnt. Und wie versprochen beginnt sie an einem Ort, den wir alle ziemlich gut kennen. Und der teilweise ein absolut unbekanntes Gebiet in sich trägt. In uns selbst.

Das Selbst

Der Weg zur eigenen Natur ist seit Jahrtausenden eine Herausforderung der Menschen. Alle Religionen, alle Weisen, alle Prediger sprechen meinem Empfinden nach ähnliche Worte in verschiedenen Sprachen und Abstraktionen. In allen steckt Wahrheit, jede Geschichte ist die Summe der Erfahrungen vieler Menschen. Aber letztendlich ist wichtig, was wir ganz für uns selbst als wahr und richtig empfinden.

Nehmen wir an, es gibt ist ein Selbst in mir. Dieses Selbst fühlt sich pur, klar und absolut richtig für mich an. Nehmen wir an, es gibt eine Profession für mich. Eine Aufgabe, für die ich gemacht bin. Und nehmen wir des Weiteren weiter an, ich habe einen eigenen Weg, einen Rhythmus, in dem ich diese Aufgabe bewältige. Was steht mir dann im Weg, mein Selbst zu erkennen und meine Profession zu leben?

Stagnation statt im Fluss

„Alles fließt.“ Heraklit wusste bereits, dass Gefühle gefühlt, Gedanken transformiert und körperliche Energien bewegt werden wollen. Zu jeder Erfahrung, die ich mache, speichert mein Körper ein Geflecht aus Gedanken (mental), aus Gefühlen (emotional) und körperlichen Empfindungen (physisch). Eine Erfahrung vollständig zu erleben, bedeutet, sie auf allen drei Ebenen wahrzunehmen und zu verarbeiten.

Leider haben viele von uns das nicht gelernt. Ich zum Beispiel. Stattdessen werden wütende Worte verschluckt, Angst weggedrängt, Tränen zurückgehalten. Nicht imstande oder nicht bereit, meine Gefühle zu fühlen und meine Gedankenmuster zu erneuern, lagere ich sie stattdessen ein.

Endlos immer wieder

Die Erfahrungen, die wir sorgfältig deponieren, sind meist unangenehmer Art. Es hat einen Grund, warum wir davor weglaufen, warum wir alle möglichen Mittel und Wege finden, genau diese Empfindungen nicht mehr zu spüren. Ein Teil von uns bleibt allerdings beharrlich an dieser Stelle stehen und wartet darauf abgeholt zu werden. Endlich bewegt zu werden.

Um das zu ermöglichen, befördern wir uns selbst immer wieder in ähnliche emotionale Situationen, um die Erfahrung endlich vollständig zu erleben und in uns zu integrieren. Unser heutiges Handeln basiert damit zu einem Teil auf unangenehmen Gedanken und Gefühlen, die schon lange nicht mehr zu uns gehören. Wir hängen in den unverarbeiteten Erlebnissen unserer Vergangenheit fest. Wir stecken in einer Endlos-Schleife.

Erfahrungsschatz

Das Gute an Endlos-Schleifen ist: man hat ziemlich vielen Chancen. Um unsere Prägungen zu integrieren und zu lösen, müssen wir nicht mental danach suchen. Wir müssen nicht aktiv in der Vergangenheit wühlen, wir brauchen nur aufmerksam zu sein: sie präsentieren sich ganz einfach in den schönsten Formen und Farben, jeden Tag aufs Neue. In neuer Gestalt, in neuer Form, in neuer Intensität. Sie geben uns immer und immer wieder die Möglichkeit, die Erfahrung ganz in uns aufzunehmen und die damit verbundenen Informationen endlich zu nutzen. Und um genauso weise und reif zu werden, wie wir eigentlich zu diesem Zeitpunkt sind.

Martje Mehlert / 30.07.2019

Das hier ist der Anfang.

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